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Daten und Eindrücke vom 1. ÖKT (ökumen. Kirchentag) vom 28. Mai bis 1. Juni 2003 in Berlin

Daten und Fakten:
200 000 Dauerteilnehmer, davon 40% unter 30 Jahre. Dazu weitere 50 000 Tagesteilnehmer und 15000 Helfer.

Auf der Agora, die 3 Hallen beanspruchte, präsentierten sich mehr als 1000 kirchliche Gruppen, Verbände, Werke usw.

Das ÖKT-Programm bot mehr als 3 000 Veranstaltungen auf 720 Programmseiten an. Es gab praktisch kein Thema, das nicht berührt war.

Dieser 1. OKT war ein Kirchentag der Superlative mit einer nahezu perfekten Organisation, Information und Ausrichtung sowie einem beispiellosen Neben dem zentralen Eröffnungsgottesdienst am Brandenburger Tor gab es noch 12 weitere in Berliner und Potsdamer Kirchen. Dagegen beschränkte man sich auf einen zentralen Schlussgottesdienst auf dem Platz der Republik vor dem Reichstag.Angebot.

  

Alles, was Rang und Namen hat, sowohl politische als auch kirchliche Prominenz, gaben diesem Kirchentag besonderen Glanz und größte Beachtung, so u. a. Bundeskanzler Schröder, Schäuble, Scherf, Merkel, Teufel, Bernhard Vogel usw.,usw.

 

Teilnehmermagneten waren: Prof. Dr. Hans Küng, den 7 000 Kirchenrebellen feierten (3000 in Halle 11 und weitere 4000 davor), Dr. Jörg Zink, Pater Dr. Anseim Grün und der Dalai Lama.

  

Neben Prof. Dr. Kardinal Lehmann, Prof. Dr. Kardinal Kasper, Kardinal Sterzinsky und Präses Kock kamen auch Erzbischof Dr. Nossol aus Polen, Bischof Dr. Kamphaus, Dr. Schorlemmer aus Wittenberg, Prof. Dr. Steffensky, Bischof Dr. Klaiber und Bischof Prof. Dr. Wolfgang Huber zum ÖKT. Selbst Jürgen Fliege, Eugen Drewermann, Joschka Fischer und Gregor Gysi fehlten nicht.

  

"Tagesspiegel": OKT-Besucher erkennt man am Stadtplan und am Rucksack, an dem bunte Bänder flattern.

Unser Fahrplan durch den ÖKT (teilweise in Stichworten)

Mittwoch, 28. Mai:
Um 4.30 Uhr von Waldbröl zum Bhf. Schladern mit eigenem Pkw, um 4.59 Uhr weiter nach Köln Hbhf, wo um 6.30 Uhr der Sonderzug nach Berlin abfahren sollte. Dort empfing uns die Ansage "Der Sonderzug zum "ökonomischen" Kirchentag nach Berlin hat 70 Minuten Verspätung. An Statt um 14 Uhr liefen wir um 15.45 Uhr in Berlin-Lichtenberg ein.

 

Teilnahme am Eröffnungsgottesdienst in der kath. Salvatorkirche in Berlin-Tempelhof bzw. Berlin-Lichtenrade; Predigt: D. Peter Bukowski, Moderator des Reformierten Bundes, über Lk. 6,27-38. Einige Predigtgedanken: Der Teufelskreis von Geiz und Gier und von Gewalt und Gegengewalt. Jesus fordert nicht das stille Duldertum. Wir müssen wieder die Spielräume der Barmherzigkeit und der grenzüberschreitenden Liebe entdecken. Entsprechend einer psychotherapeut. Erfahrung: Lasst uns doch so tun, als ob wir schon in voller Gemeinschaft leben".

Donnerstag, den 29.5 (Himmelfahrt):
Am Gottesdienst, musikal. Begleitung Siegfried Fietz, in der Trinitatiskirche in BerlinCharlottenburg, Predigt: Pfr. Hartmut Bärend, teilgenommen.

Danach eine Podiumsdiskussion über das Thema "Über Glauben sprechen - ein Tabubruch?" Podiumsrunde: Pfr. Bärend, Sr. Bank, Prof. Dr. Biesingor, Prof. Dr. Emeis, OKRn Schubert aus Hannover, Bischof Noack aus Magdeburg; Musik: Siegfried Fietz. Nicht über den, sondern über unseren Glauben sprechen. Was hemmt mich? "Der Deutsche spricht über zwei Dinge nicht: Über Geld und Glauben." Wir brauchen die Beteiligungskirche. Die Sprache Kanaans wird nicht mehr verstanden.

Es folgte im Haus der Kirche ein Nachmittag mit Arno Backhaus über das Thema "Von der Unverschämtheit des Glaubens". Zitate von Arno Backhaus: "Wenn du Gott lachen hören willst, dann erzähle ihm von deinen Plänen." Und "Der Pessimist hat für jede Lösung das passende Problem," "lm Erzgebirge wurde ein Bergmann zum christlichen Glauben bekehrt, Er arbeitet jetzt im Christstollen." Versprecher: "5000 Brote für zwei Mann .......

Um 18 Uhr das Abendgebet.

Freitag, 30. Mai 2003:
Es gelang uns, in der überfüllten Halle 25 noch einen Platz zu ergattern und an der Bibelarbeit mit Dr. Jörg Zink über Gen. 32, 23-33 teilzunehmen.

Danach ein Gang durch eine der drei Agora-Hallen mit einem breiten Spektrum von Angeboten. Dort begegnet uns eine Bekannte aus Berlin, die uns von ihrem Ostberliner Handwerker erzählt. Er wäre von der riesigen Teilnehmerzahl überrascht, die am"ökonomischen" Kirchentag teilnähmen. Außerdem hätte er nicht gewusst, dass "Evangelische und Katholische nicht zusammen Abendbrot essen dürften".

Samstag, 31.05.2003:
Bibelarbeit mit Benediktinerpater Dr. Anselm Grün über Gen.1,26-2,3, wieder in der überfüllten Halle 25. Einige Kernsätze aus seiner Auslegung: Jeder Mensch ist ein einmaliges Bild, das Gott geschaffen hat. Ohne den 7. Tag ist der Mensch nicht Mensch. Allein das Heilige vermag den Menschen zu heilen. Jeder von uns hat in sich einen Tempel, der der Welt entzogen ist. - Der Mensch soll teilhaben an der Ruhe Gottes und muss wissen, dass er immer unter dem Segen Gottes steht.

Als Abschluss des Samstags wählen wir einen Besuch in einem Kirchenkabarett aus Nürnberg, das am Bahnhof Friedrichstraße gastiert.

    

Sonntag, 1. Juni:
Nach dem zentralen Schlussgottesdienst, fuhren wir mit dem Sonderzug 12, der um 14.30 Uhr vom Bhf. Schönefeld abfuhr, nach Köln zurück. Dieser Sonderzug war eine einzige Katastrophe; denn an unserem Wagen 13 ließen sich die Türen nicht öffnen. Außerdem hatte er keine Klimaanlage. Mit einer Verspätung von100 Minuten erreichten wir Köln kurz vor Mitternacht und kamen in Schladern um 1.35 Uhr statt um 23.08 an.